Monitoring und Dokumentation für Ausgleichsflächen in Brandenburg und Berlin

Eine Fläche kann noch so gut gepflegt sein: Wenn sich in fünf Jahren niemand mehr nachweisen kann, was wann gemacht wurde und wie sie sich entwickelt hat, hilft das bei der nächsten Kontrolle wenig. Dokumentation ist auf Ausgleichs- und Schutzflächen kein Beiwerk, sondern Teil der Leistung.

Madre Tierra dokumentiert Pflege und Entwicklung von Flächen in Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, mit Einsatzprotokollen, Fotos von festen Standorten, Pflegeberichten und Luftbildern per Drohne.

Warum die Dokumentation über die Anerkennung mitentscheidet

Die zuständige Naturschutzbehörde prüft nach § 17 Abs. 7 BNatSchG, ob Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen einschließlich ihrer Unterhaltung frist- und sachgerecht durchgeführt werden. Dazu kann sie vom Verursacher einen Bericht verlangen. Wer dann nur Rechnungen vorlegen kann, aber keine Belege über Zustand und Entwicklung der Fläche, steht schlecht da.

Dazu kommt die Zeit. Unterhaltungsfristen laufen oft über viele Jahre. In dieser Zeit wechseln Sachbearbeiter, Projektverantwortliche und manchmal die Eigentümer. Was nicht dokumentiert ist, ist nach ein paar Jahren schlicht nicht mehr nachvollziehbar.

Dokumentation als Steuerungsinstrument

Gute Dokumentation dient nicht nur dem Nachweis. Sie zeigt auch früh, wenn sich eine Fläche anders entwickelt als geplant: wenn Gehölze ausfallen, eine Wiese verbuscht oder sich invasive Arten ausbreiten. Dann lässt sich die Pflege anpassen, bevor das Entwicklungsziel in Gefahr gerät.

Was wir dokumentieren

Bausteine der Flächendokumentation
Baustein Inhalt Zeitpunkt
Ausgangszustand Fotos, Luftbilder und Beschreibung der Fläche vor Beginn der Arbeiten Vor dem ersten Einsatz
Einsatzprotokoll Datum, durchgeführte Maßnahmen, eingesetzte Technik, Besonderheiten Nach jedem Einsatz
Fotos von festen Standorten Aufnahmen vom immer gleichen Punkt, damit sich Veränderungen vergleichen lassen Regelmäßig, mindestens jährlich
Drohnenluftbilder Überblick über die gesamte Fläche, Vergleich über die Jahre Nach Vereinbarung, typischerweise jährlich
Pflegebericht Zusammenfassung der Einsätze, Entwicklungsstand, Auffälligkeiten, Empfehlungen Jährlich oder nach Vereinbarung

Fotos vom immer gleichen Punkt

Einzelne Fotos zeigen einen Moment. Erst Aufnahmen vom selben Standort, in derselben Blickrichtung und zur gleichen Jahreszeit machen sichtbar, wie sich eine Fläche verändert. Wir legen diese Fotopunkte zu Beginn fest und nutzen sie über die gesamte Laufzeit.

Berichte, die man lesen kann

Ein Pflegebericht soll in wenigen Minuten zeigen, was passiert ist und wo die Fläche steht. Wir fassen Einsätze, Entwicklungsstand und Auffälligkeiten zusammen und sagen, ob und wo die Pflege angepasst werden sollte. Auf Wunsch übermitteln wir den Bericht direkt an die zuständige Behörde.

Luftbilder per Drohne

Vom Boden aus lässt sich eine Fläche von mehreren Hektar kaum vollständig beurteilen. Aus der Luft sieht man auf einen Blick, wie dicht eine Hecke geworden ist, wo Gehölze ausgefallen sind, wo eine Wiese verbuscht oder wo sich ein Neophytenbestand ausbreitet.

Vergleich über die Jahre

Werden Luftbilder regelmäßig aus derselben Position aufgenommen, entsteht über die Jahre eine Bildreihe, die die Entwicklung der Fläche nachvollziehbar macht. Für Auftraggeber und Behörden ist das oft aussagekräftiger als jeder Text.

Schwer zugängliche Bereiche

Nasse Senken, dichte Röhrichte, Uferbereiche oder große zusammenhängende Flächen lassen sich aus der Luft dokumentieren, ohne sie betreten zu müssen.

Rücksicht auf die Tierwelt

Auch eine Drohne kann stören, vor allem brütende Vögel. Wir planen Flüge deshalb mit Abstand zu sensiblen Bereichen und, wo nötig, außerhalb der Brutzeit.

Rechtlich sauber fliegen

Für Drohnenflüge gelten die EU-Drohnenverordnung und die Luftverkehrs-Ordnung. Über Naturschutzgebieten, Nationalparks und Natura-2000-Gebieten ist der Betrieb grundsätzlich verboten und nur mit Zustimmung der zuständigen Naturschutzbehörde möglich. Wir klären das vor jedem Flug über Schutzflächen.

Dokumentation und fachliche Bewertung

Wir dokumentieren den Zustand und die Entwicklung der Flächen, die wir pflegen. Die naturschutzfachliche Bewertung, etwa ob ein Biotopwert erreicht ist oder eine artenschutzrechtliche Maßnahme funktioniert, ist Aufgabe von Gutachtern, Planungsbüros und der Behörde. Unsere Dokumentation liefert ihnen dafür die Grundlage.

Wer was beim Monitoring übernimmt
Aufgabe Zuständig Madre Tierra
Einsatzprotokolle und Fotodokumentation Ausführender Betrieb ja
Drohnenluftbilder Ausführender Betrieb ja
Pflegeberichte an Auftraggeber und Behörde Ausführender Betrieb ja
Hinweise auf Fehlentwicklungen und Pflegeanpassung Ausführender Betrieb ja
Vegetationskartierung, Biotopwertermittlung Gutachter, Planungsbüro nein, Bildmaterial auf Wunsch
Faunistische Erfassung, Funktionskontrolle von CEF-Maßnahmen Gutachter, Artenschutzbüro nein, Bildmaterial auf Wunsch
Abnahme und Bewertung der Maßnahme Untere Naturschutzbehörde nein

Wo ein Bescheid ein fachliches Monitoring durch Gutachter vorschreibt, stimmen wir uns mit dem beauftragten Büro ab, damit Pflege, Fotopunkte und Termine zusammenpassen.

Für wen wir dokumentieren

Vorhabenträger und Bauträger

Nachweise über Pflege und Entwicklung ihrer Ausgleichsflächen, falls die Behörde einen Bericht verlangt.

Kommunen und öffentliche Auftraggeber

Einheitliche Dokumentation über alle betreuten Flächen, als Grundlage für Haushalt, Ausschüsse und Kompensationsverzeichnis.

Flächenagenturen und Poolträger

Bildreihen und Berichte für viele Flächen im gleichen Format, auch über mehrere Landkreise hinweg.

Planungsbüros und Gutachter

Bildmaterial und Einsatzprotokolle als Grundlage für ihr fachliches Monitoring.

Weitere Leistungen in der Landschaftspflege

  • Gehölzpflege & Entbuschung

    Pflege von Einzelbäumen, Baumreihen und Gehölzbeständen, dazu Entbuschung und Entkusselung auf Offenlandflächen.

  • Obstbaumpflege & Streuobstwiesen

    Erhaltungs- und Verjüngungsschnitt an Hochstämmen, Nachpflanzung alter Sorten, Pflege der Wiesenfläche darunter.

  • Gewässerpflege

    Laufende Unterhaltung von Teichen, Gräben, Kleingewässern und Uferstreifen mit Rücksicht auf die Ufervegetation.

  • Wiesenpflege & Mahd

    Extensive Mahd mit Balkenmäher, Abräumen des Mahdguts und Pflegeregime, die zum Zielbestand passen.

  • Hecken- & Saumpflege

    Abschnittsweiser Heckenschnitt, Pflege und Neuanlage von Säumen und Feldgehölzen mit heimischen Arten.

  • Invasive Arten & Neophyten

    Zurückdrängen von Staudenknöterich, Riesenbärenklau und anderen invasiven Arten, inklusive fachgerechter Entsorgung.

  • Flächenreinigung

    Beräumung von Naturschutz-, Ausgleichs- und Grünflächen, auch nach illegaler Müllablagerung.

  • Pflegemanagement

    Pflegepläne, feste Intervalle und durchgehende Betreuung für Flächen im Dauervertrag.

Häufige Fragen

Die zuständige Naturschutzbehörde prüft nach § 17 Abs. 7 BNatSchG, ob Ausgleichsmaßnahmen und ihre Unterhaltung frist- und sachgerecht durchgeführt werden, und kann vom Verursacher einen Bericht verlangen. Ohne Dokumentation ist dieser Nachweis kaum zu führen.

Welche Einsätze wann stattgefunden haben, wie sich die Fläche entwickelt, welche Auffälligkeiten es gibt und ob die Pflege angepasst werden sollte. Dazu kommen Fotos von festen Standorten und auf Wunsch Luftbilder.

Jeder Pflegeeinsatz wird protokolliert. Fotos von festen Standorten und Luftbilder entstehen in der Regel mindestens einmal im Jahr, der Pflegebericht jährlich oder nach Vereinbarung.

Aus der Luft lässt sich eine ganze Fläche auf einen Blick beurteilen: Gehölzausfälle, Verbuschung oder Neophytenbestände. Regelmäßige Aufnahmen aus derselben Position zeigen die Entwicklung über die Jahre, auch in Bereichen, die man nicht betreten kann.
Grundsätzlich nicht. Nach § 21h LuftVO ist der Betrieb über Naturschutzgebieten, Nationalparks und Natura-2000-Gebieten verboten, sofern die zuständige Naturschutzbehörde nicht zustimmt. Diese Zustimmung klären wir vor jedem Flug über Schutzflächen.
Sie kann, vor allem brütende Vögel. Deshalb planen wir Flüge mit Abstand zu sensiblen Bereichen und, wo nötig, außerhalb der Brutzeit.
Nein. Vegetationskartierungen, faunistische Erfassungen und Funktionskontrollen von CEF-Maßnahmen sind Aufgabe von Gutachtern. Unsere Dokumentation und Luftbilder können ihnen aber als Grundlage dienen, und wir stimmen Termine und Fotopunkte auf Wunsch mit dem Büro ab.
Auf Wunsch ja. Wir übermitteln Pflegeberichte bei laufender Pflege direkt an die zuständige Naturschutzbehörde und den Auftraggeber.

Fläche, deren Entwicklung belegt werden muss?

Sagen Sie uns, um welche Fläche es geht und was die Behörde oder Ihr Auftraggeber an Nachweisen erwartet. Wir schlagen Ihnen vor, wie Dokumentation und Berichte aussehen können.