Hecken und Säume pflegen, schneiden und neu anlegen

Eine Feldhecke ist kein Zaun aus Pflanzen. Sie ist Brutplatz, Winterquartier, Nahrungsquelle und Wanderkorridor zugleich, und in ausgeräumten Agrarlandschaften oft der einzige Lebensraum weit und breit. Dazu gehört der Saum davor, der krautige Streifen zwischen Hecke und Acker, der in der Pflege fast immer vergessen wird.

Madre Tierra pflegt Hecken, Feldgehölze und Säume in Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt und legt sie mit gebietseigenem Pflanzgut neu an.

Heckenpflege: Verjüngen statt Stutzen

Eine Hecke, die nie geschnitten wird, wächst nach oben durch, verkahlt von unten und verliert ihre Funktion als dichter Schutzraum. Eine Hecke, die jedes Jahr gleichmäßig gestutzt wird, bleibt dicht, blüht aber kaum und trägt keine Früchte. Beides ist für die Tierwelt ungünstig.

Auf den Stock setzen

Der klassische Weg zur Verjüngung ist das Auf-den-Stock-Setzen: Die Sträucher werden knapp über dem Boden abgeschnitten und treiben aus dem Stock kräftig neu aus. Typisch ist ein Turnus von etwa zehn bis fünfzehn Jahren je Abschnitt.

Immer nur abschnittsweise

Nie wird eine ganze Hecke auf einmal auf den Stock gesetzt. Wir arbeiten in Abschnitten, so dass immer der größere Teil der Hecke stehen bleibt und den Tieren als Rückzugsraum dient. So entsteht über die Jahre eine Hecke mit unterschiedlich alten Teilen, und genau diese Strukturvielfalt macht ihren ökologischen Wert aus.

Überhälter stehen lassen

Einzelne Bäume in der Hecke, etwa Eichen oder Wildbirnen, bleiben beim Auf-den-Stock-Setzen stehen. Sie werden zu Ansitzwarten für Greifvögel und mit den Jahren zu Höhlenbäumen.

Sauber schneiden, nicht zerfransen

An vielen Feldhecken wird mit Schlegelmulchern am Ausleger gearbeitet. Das ist schnell, zerfasert aber die Äste, öffnet Eintrittspforten für Fäulnis und schwächt die Sträucher. Wir schneiden mit Säge, damit glatte Schnittflächen entstehen, an denen die Gehölze gut austreiben.

Saumpflege: Der vergessene Streifen

Der Saum ist der krautige Übergang zwischen Hecke und offener Fläche. Er ist häufig artenreicher als die Hecke selbst: Hier blühen Wildkräuter, hier jagen Insekten, und in den hohlen Stängeln abgestorbener Stauden überwintern Wildbienen und andere Insekten.

Genau deshalb ist die Pflege so heikel. Wird der Saum jedes Jahr komplett gemäht, gehen die überwinternden Insekten mit dem Mahdgut verloren. Wird er nie gemäht, wandern Gehölze ein und der Saum verbuscht.

Pflege von Hecke, Saum und Feldgehölz
Element Maßnahme Rhythmus
Hecke Abschnittsweise auf den Stock setzen Etwa alle 10 bis 15 Jahre je Abschnitt
Hecke Seitlicher Rückschnitt, wo nötig Nach Bedarf, im Winterhalbjahr
Überhälter Stehen lassen, nur Verkehrssicherung Dauerhaft
Saum Abschnittsweise Mahd mit Abräumen Je Abschnitt alle 1 bis 3 Jahre
Feldgehölz Auslichten, Totholz erhalten Nach Zustand

Wir mähen Säume in wechselnden Abschnitten, so dass immer ein Teil über den Winter stehen bleibt. Das Mahdgut wird abgeräumt, damit der Saum mager und blütenreich bleibt. Gehölzaufwuchs, der vom Heckenrand in den Saum wandert, nehmen wir dabei mit heraus.

Hecken und Feldgehölze neu anlegen

Wir legen freiwachsende Hecken und Feldgehölze mit heimischen Arten an, mehrreihig und mit einem Saum, der von Anfang an mitgeplant wird. Eine Hecke ohne Saum ist nur die halbe Maßnahme.

Typische Arten in Brandenburg

Weißdorn, Schlehe, Hundsrose, Schwarzer Holunder, Pfaffenhütchen, Hasel und Feldahorn bilden das Grundgerüst, dazu als Überhälter Stieleiche, Wildbirne oder Wildapfel. Die genaue Zusammensetzung richtet sich nach Boden, Wasserhaushalt und der gewünschten Funktion, etwa als Windschutz, Sichtschutz oder Lebensraum.

Gebietseigenes Pflanzgut

„Heimisch“ wird oft unscharf verwendet. Eine Schlehe aus einer Großbaumschule ist zwar eine heimische Art, stammt aber genetisch womöglich aus ganz anderen Regionen. Für Pflanzungen in der freien Natur verwenden wir deshalb Pflanzgut aus dem jeweiligen Vorkommensgebiet und dokumentieren die Herkunft.

Pflanzzeit und Anwuchspflege

Wurzelnackte Gehölze pflanzen wir in der Vegetationsruhe zwischen Oktober und März, frostfreie Tage vorausgesetzt. Danach folgt die eigentliche Arbeit: Verbissschutz, Freihalten von Konkurrenzvegetation und Wässern in Trockenphasen. In den ersten Jahren entscheidet sich, ob aus der Pflanzung eine Hecke wird.

Hecken und Feldgehölze werden als Ausgleichsmaßnahme anerkannt, wenn sie mit gebietseigenem Pflanzgut, in ausreichender Größe und nach naturschutzfachlichen Vorgaben angelegt werden. Die Festsetzung trifft die Naturschutzbehörde, wir setzen um und dokumentieren. Für Pflanzauflagen aus Bauvorhaben siehe Ersatzpflanzungen.

Was rechtlich gilt

Sperrfrist für Hecken

Anders als bei Wiesen gilt für Hecken eine echte Sperrfrist. Nach § 39 Abs. 5 BNatSchG ist es verboten, Hecken, Gebüsche und andere Gehölze zwischen dem 1. März und dem 30. September abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen. Das Auf-den-Stock-Setzen und starke Rückschnitte fallen deshalb in die Zeit von Oktober bis Februar.

Zulässig sind in der Sperrfrist schonende Form- und Pflegeschnitte, die nur den Zuwachs beseitigen. Für die Saummahd gilt die Sperrfrist nicht, wohl aber der ganzjährige Artenschutz nach § 44 BNatSchG. Wir mähen Säume deshalb erst nach der Brutzeit von Bodenbrütern.

Gebietseigenes Pflanzgut nach § 40 BNatSchG

Seit dem 2. März 2020 dürfen Gehölze und Saatgut in der freien Natur nach § 40 Abs. 1 BNatSchG nur noch innerhalb ihrer Vorkommensgebiete ausgebracht werden, sonst ist eine Genehmigung der Naturschutzbehörde erforderlich. Freie Natur meint dabei alle Flächen außerhalb des besiedelten Bereichs. Ausgenommen ist der Anbau von Pflanzen in der Land- und Forstwirtschaft.

Für eine Feldhecke am Ackerrand heißt das in der Praxis: gebietseigenes Pflanzgut verwenden oder eine Ausnahme beantragen. Wir planen mit gebietseigener Ware und weisen die Herkunft nach.

Für wen wir arbeiten

Landwirte und Flächeneigentümer

Pflege bestehender Feldhecken und Neuanlage, auf Wunsch abgestimmt auf Vertragsnaturschutz und Agrarumweltmaßnahmen.

Kommunen und öffentliche Auftraggeber

Pflege kommunaler Hecken und Gehölzstreifen an Wegen, Straßen und Ortsrändern, auch als mehrjähriger Rahmenvertrag.

Naturschutzverbände und Landschaftspflegeverbände

Heckenpflege und Saummahd auf Schutzflächen, gerade wenn das Auf-den-Stock-Setzen alter Hecken die eigenen Kapazitäten übersteigt.

Vorhabenträger und Flächenagenturen

Neuanlage als Ausgleichsmaßnahme mit Herkunftsnachweis und anschließender Entwicklungspflege.

Weitere Leistungen in der Landschaftspflege

  • Gehölzpflege & Entbuschung

    Pflege von Einzelbäumen, Baumreihen und Gehölzbeständen, dazu Entbuschung und Entkusselung auf Offenlandflächen.

  • Obstbaumpflege & Streuobstwiesen

    Erhaltungs- und Verjüngungsschnitt an Hochstämmen, Nachpflanzung alter Sorten, Pflege der Wiesenfläche darunter.

  • Gewässerpflege

    Laufende Unterhaltung von Teichen, Gräben, Kleingewässern und Uferstreifen mit Rücksicht auf die Ufervegetation.

  • Wiesenpflege & Mahd

    Extensive Mahd mit Balkenmäher, Abräumen des Mahdguts und Pflegeregime, die zum Zielbestand passen.

  • Invasive Arten & Neophyten

    Zurückdrängen von Staudenknöterich, Riesenbärenklau und anderen invasiven Arten, inklusive fachgerechter Entsorgung.

  • Flächenreinigung

    Beräumung von Naturschutz-, Ausgleichs- und Grünflächen, auch nach illegaler Müllablagerung.

  • Pflegemanagement

    Pflegepläne, feste Intervalle und durchgehende Betreuung für Flächen im Dauervertrag.

  • Monitoring & Dokumentation

    Entwicklungsdokumentation, Fortschrittsberichte und Luftbildaufnahmen per Drohne als Nachweis gegenüber Behörden.

Häufige Fragen

Starke Rückschnitte und das Auf-den-Stock-Setzen sind nach § 39 Abs. 5 BNatSchG nur zwischen dem 1. Oktober und dem 28. Februar zulässig. Schonende Form- und Pflegeschnitte, die nur den Zuwachs entfernen, sind auch in der übrigen Zeit erlaubt.

Die Sträucher werden knapp über dem Boden abgeschnitten und treiben aus dem Stock kräftig neu aus. So wird eine überalterte Hecke verjüngt. Das geschieht immer abschnittsweise, etwa alle zehn bis fünfzehn Jahre je Abschnitt.
Weil die Tiere, die in der Hecke leben, sonst auf einen Schlag ihren Lebensraum verlieren. Bei abschnittsweiser Pflege bleibt immer der größere Teil stehen, und es entstehen unterschiedlich alte Heckenteile, die zusammen mehr Arten Lebensraum bieten.
Der Saum ist der krautige Streifen zwischen Hecke und offener Fläche. In den hohlen Stängeln abgestorbener Pflanzen überwintern Wildbienen und andere Insekten. Wird der Saum jedes Jahr komplett gemäht, gehen sie verloren. Deshalb wird abschnittsweise gemäht, so dass immer ein Teil über den Winter stehen bleibt.

Sie zerfasern die Äste, statt sie sauber zu schneiden. An den ausgefransten Schnittstellen dringen Pilze und Fäulnis ein, und die Sträucher werden geschwächt. Ein glatter Schnitt mit der Säge heilt besser und führt zu kräftigerem Austrieb.

In der freien Natur in der Regel ja. Seit dem 2. März 2020 dürfen Gehölze dort nach § 40 Abs. 1 BNatSchG nur innerhalb ihrer Vorkommensgebiete ausgebracht werden, sonst ist eine Genehmigung erforderlich. Der Anbau in der Land- und Forstwirtschaft ist ausgenommen.

Typisch sind Weißdorn, Schlehe, Hundsrose, Schwarzer Holunder, Pfaffenhütchen, Hasel und Feldahorn, dazu als Überhälter etwa Stieleiche oder Wildbirne. Die Zusammensetzung richtet sich nach Boden und Funktion der Hecke.
Ja, wenn sie mit gebietseigenem Pflanzgut, in ausreichender Größe und nach naturschutzfachlichen Vorgaben angelegt wird. Die Festsetzung trifft die Naturschutzbehörde, wir übernehmen Pflanzung, Entwicklungspflege und Dokumentation.

Hecke, die Pflege braucht, oder eine, die fehlt?

Sagen Sie uns, wo die Hecke steht oder entstehen soll und wie lang sie ist. Wir machen Ihnen einen Vorschlag für Pflege oder Neuanlage und sagen, wann sie umgesetzt werden kann.